Schweiz? Warum nicht? Wie kommt man in die Intensivpflege in die Schweiz?

Wir wollten eigentlich schon immer mal ins Ausland, dort wohnen und arbeiten. So machten wir uns Gedanken, wie wir dieses Vorhaben in die Realität umsetzen könnten. So ein Umzug ins Ausland mit Kindern erfordert erst einmal eine ganze Menge Mut, die Umsetzung Organisationstalent und einen guten Überblick. Die Schweiz bot sich an - angenehme, nette Menschen, ein schönes Land und deutschsprachig.

Wenn wir zurückdenken haben wir alles recht gut gemeistert.
Nachdem die Zusage vom zukünftigen Arbeitgeber eintraf, konnten wir mit der Organisation beginnen. Eine Wohnung brauchten wir als erstes. Im Internet gab es eine Reihe von Angeboten.(Z.B. www.homegate.ch) Für die Besichtigungstermine haben wir eine ganze Woche in der Schweiz eingeplant, wir wollten ja genau das richtige Domizil für uns finden. Nicht alle Vermieter akzeptieren Ausländer. Bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung gibt es Informationen über die benötigten Unterlagen. Nach der Unterzeichnung des Mietvertrages (die Höhe der Kaution ist übrigens Verhandlungssache) konnten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Umzugsunternehmen machen. TIP: Alles Eigentum, was mit in die Schweiz geht gilt als Umzugsgut und sollte mit in der Zollerklärung aufgeführt werden. Insbesondere Auto oder Motorrad ( Fahrgestellnummer nicht vergessen), auch wenn die Fahrzeuge nicht durch das Umzugsunternehmen überführt werden, gehören auf die Zollerklärung. Fahrzeuge, die innerhalb der letzten 6 Monate vor dem Umzug gekauft wurden zählen nicht als Umzugsgut und müssen verzollt werden.

Als die Ausländerausweise bei uns eingetroffen waren ging es los mit packen, packen, packen, umziehen, dann auspacken, auspacken…….

Der Papierkram:

• Anmeldung bei der Gemeinde
• Papiere für den Arbeitgeber
• Fahrzeuge ummelden und schweizer Tüv

• Den deutschen Führerschein kann man bis zu ein Jahr benutzen. Spätestens dann sollte er gegen einen schweizer Führerschein eingetauscht werden sonst drohen empfindliche Geldbussen.

• Versicherungen, besonders Krankenkasse. Hier gibt es sehr unterschiedliche Prämien und Leistungen je nach Kasse, die nicht gehaltabhängig sind. Viele Arbeitgeber haben Abkommen mit Kassen, die dann als Kollektivversicherungen Rabatte anbieten. Die Grundversicherung ist obligatorisch für die gesamte Schweiz.

• Bankverbindung, auch hier gibt es unterschiedliche Angebote. Wichtig: es gibt keinen Dispokredit wie in Deutschland wo man sein Konto mit einem Monatsgehalt überziehen kann. Dies geht nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Rücksprache mit der Bank. Dies gilt besonders für Neukunden.

• Private Rente nicht vergessen, die III.-Säule.
Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit!

Kinder:
Kinderbetreuung ist hier, zumindest für Kinder unter 5 Jahren ein Problem. Es gibt wenige Kindergärten, einige grosse Arbeitgeber bieten Kinderbetreuung an, die aber je nach Einkommen recht teuer sind. Alternativ hierzu gibt es Spielgruppen, die zwei bis drei mal in der Woche einen Nach- oder Vormittag geöffnet sind. Auch die sind nicht billig. Eine weitere Alternative sind Tagesmütter. Ab dem 5. Lebensjahr beginnt die Vorschule. Sie ist obligatorisch und kostenfrei. Die Schule ist ganztags mit einer Mittagspause in der die Kinder nach Hause gehen zum Essen!
Plätze für die Kinderbetreuung sind sehr gefragt und sollten rechtzeitig angemeldet werden. Infos gibt es auch bei den Gemeinden.
Wir haben uns hier in der Schweiz sehr schnell eingelebt. Besonders wenn man Kinder hat findet man schnell Kontakt zu anderen Familien. In der Schweiz wird Dialekt gesprochen. Den muss man verstehen lernen! Aber nach ein paar Wochen ging das schon ganz gut. Die Kollegen waren da sehr hilfreich. Im Job muss man sich auf das Schweizer System umstellen. Die Medikamentennamen sind anders, die Laborwerte haben andere Einheiten, Verantwortungsbereiche können anders sein.

Ja, der Verdienst ist viel höher als in Deutschland. Das variiert von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Hier gibt es keine festgelegten Tarife. Die Unterschiede sind teilweise erheblich und sind auch abhängig von der jeweiligen Lage am Arbeitsmarkt. Hier lohnt es sich verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen. Evlt. lässt ein Arbeitgeber mit sich verhandeln. Die Wochenarbeitszeit beträgt in der Regel 42h, Urlaub gibt es meist nur vier Wochen im Jahr. Ich würde auf jeden Fall vor der endgültigen Entscheidung einen Schnuppertag auf der Station machen. So bekommt man wenigstens einen kleinen Eindruck vom neuen Arbeitsplatz.

Wie gesagt ist der Verdienst viel höher als in Deutschland. Die Lebenshaltungskosten aber auch. Ausser Benzin und Kaffee ist eigentlich alles empfindlich teurer, angefangen bei der Miete. Mehr als ein drittel vom Monatslohn sollte man für die Miete nicht aufwenden. Unterm Strich bleibt für uns, da ich Alleinverdiener mit Familie (2 Erw. 2 Kinder)bin, nicht mehr Geld übrig als in Deutschland. Aber die Lebensqualität ist für uns erheblich besser als vorher. Wir leben da, wo andere Urlaub machen. Wir haben in einem kleineren Dorf (mit Schule und Kindergarten) ein 6-Zimmer Einfamilienhaus gemietet mit Blick auf den See.
Die Arbeitsbedingungen sind deutlich besser als in Deutschland. Und wenn in der Familie beide verdienen würden (oder wenn man keine Familie hat) bleibt doch noch Einiges zum Sparen. Das ist natürlich abhängig von den gestellten Ansprüchen.

Inzwischen sind wir drei Jahre in der Schweiz und fühlen uns hier wohl. Unsere Kinder haben recht schnell Anschluss gefunden und sind viel mit den Spielkameraden unterwegs. Zu Hause reden wir Hochdeutsch. Die Kinder reden mit den Freunden und im Kindergarten Schweizerdeutsch. In der Schule wird Hochdeutsch gesprochen.

Wir sind damals vor drei Jahren ins kalte Wasser gesprungen und mussten einige Dinge dazu lernen. Aber wir möchten nicht mehr tauschen und haben hier ein neues zu Hause gefunden.

Uschi und Benjamin Scholz - 2005


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