Ich heisse Karsten Möllner, bin 22jährig, von Beruf Kinderkrankenpfleger und stamme aus Norddeutschland. Seit März 2002 arbeite ich in der Schweiz.

In Deutschland habe ich einen Realschulabschluss gemacht und dann ein Jahr im Einzelhandel gearbeitet, weil ich auf meinen Ausbildungsplatz warten musste. Meine Ausbildung habe ich in Kiel an der Universitätsklinik absolviert. Meine Ausbildung war sehr interessant.
Es gab in Kiel viele verschiedene Stationen und man wurde eigentlich auf fast allen Stationen eingesetzt. Dadurch konnte ich mich richtig gut orientieren. Ich habe zu Beginn meiner Ausbildung eigentlich gedacht, dass ich nie während längerer Zeit auf einer Station arbeiten
werde. Heute hat sich meine Meinung geändert.

Noch während meiner Ausbildung habe ich mich in ganz Deutschland von Sylt bis München runter für eine feste Anstellung beworben. Eines Tages habe ich im Internet nach freien Stellen gesucht. Gefunden habe ich nur wenig. Als ich die Suche schon fast abbrechen wollte, bin ich auf der Homepage von Stecher Consulting gelandet. Ich habe die Site eigentlich ohne grosse Hoffnung angesehen, weil mir eine Schulkollegin erzählt hatte, dass man zwei Jahre Berufserfahrung bräuchte, bevor man in der Schweiz eine Anstellung bekommen könne. Deshalb habe ich den Personalfragebogen ausgefüllt ohne mir eine echte Chance auszurechnen. Ausserdem hatte ich Zweifel, eine Stellenbewerbung über eine Consulting-Firma laufen zu lassen. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Was kostet mich so was? Was denkt die Klinik, wenn es so gemacht wird?

Das waren meine grössten Bedenken. Doch dann habe ich das Formular trotzdem ausgefüllt und abgeschickt. Anschliessend ging alles verblüffend schnell. Innerhalb von einem guten Monat war ich bereits in der Schweiz zum Schnuppertag. Und meine anfänglichen Bedenken zerstreuten sich rasch in alle Winde.

Am Schnuppertag wurde mir viel über die Station und über die Zusammenarbeit erzählt. Von 8 bis 14 Uhr durfte ich mir die Station und den Alltag anschauen. Es war im Vergleich zur Kieler Universitätsklinik schon ungewöhnlich. Hier gab es keine Wickelkommoden und nur kleine Zimmer. Beim Gespräch mit der Pflegedienstleitung wurde ich über Versicherungen, Gehalt, Wohnmöglichkeiten, Urlaub und Arbeitszeiten aufgeklärt. Für mich hörte sich alles gut an. Die Pflegedienstleitung wollte mir für meinen Entscheid Überlegungszeit geben. Doch ich brauchte die Zeit nicht, weil ich mich definitiv entschieden hatte, Deutschland hinter mir zu lassen. Ich habe dann zwei Tage nach meiner Zusage von der Klinik Bescheid bekommen, dass ich in der Schweiz anfangen könne.

In Deutschland habe ich sofort allen Freunden und Bekannten von meiner erfolgreichen Stellensuche in der Schweiz erzählt. Viele konnten es gar nicht glauben. Andere sagten, dass ich es in der Schweiz nicht lange durchhalten und bald wieder nach Hause kommen würde. Kollegen aus meiner Ausbildungszeit haben es sehr bewundert, dass ich einen so grossen Schritt von zu Hause mache. Meine Eltern freuten sich riesig über meinen neuen Arbeitsplatz. Auch wenn sie etwas traurig darüber sind, dass ich jetzt 1000 Kilometer entfernt von ihnen lebe, freuen sie sich doch darüber, dass es mir in der Schweiz so gut gefällt.

Gemäss Arbeitsvertrag sollte ich in der Schweiz am 15. März 2002 als Kinderkrankenpfleger anfangen. Doch weil der 15. März ein Samstag war, wurde der Start auf den Montag verschoben. Als Norddeutscher stand ich deshalb am Wochenende sofort auf den Bretter und bin die Berge runter gesaust. Das war geil.

Am Montag hatte ich dann meinen ersten Tag auf der Abteilung 2 Ost (Infektionsstation plus drei chirurgische Betten). Ich wurde gut aufgenommen und zum Glück von einer Deutschen eingeführt. Zum Glück deshalb, weil es zu Beginn recht schwierig war die schweizerdeutsche Sprache zu verstehen. Wenn ich etwas nicht verstand und nachfragte, wurde mir meistens auf Hochdeutsch geantwortet. Auch heute ist es meistens so, obwohl ich unterdessen den schweizerischen Dialekt ganz gut verstehe. Ich habe mich recht schnell integriert. Im Team haben wir einen tiefen Altersdurchschnitt und sind somit auch eine sehr gute Truppe, womit ich nicht sagen will, dass die Älteren das Team immer zerstören. Aber die Jüngeren sind halt lockerer. Nach den Teamsitzungen gehen wir häufig noch ein Bier bzw. andere Sachen trinken und diskutieren, was die Schweizer sehr gerne tun. Auch am Wochenende habe ich Kontakt zu meinen Arbeitskollegen und –kolleginnen, sei es zum Reden oder zum Trinken.

Die Arbeit hier ist genial. Ich habe richtig Zeit für die Kinder, besonders im Sommer. Aufgaben wie intravenös spritzen oder Verbandswechsel bei chirurgischen Patienten gehören in der Schweiz zu meinem Alltag. In Deutschland durften das nur Ärzte machen. In der Schweiz sind die Ärzte für Visite, Verordnungen und Arztgespräche auf Station. Teilweise auch zum Reden mit den Patienten, den Angehörigen oder mit den Pflegenden. Das zeigt, dass es keine Hierarchie gibt und dass die Zusammenarbeit mit den Ärzten sehr nett ist. Natürlich gibt es auch Ärzte, die immer noch die Hierarchie im Kopf haben. Aber solche gibt es in der Schweiz äusserst selten, was ich besonders gut finde.

Ich wohne hier im Personalwohnheim direkt bei der Klinik. Es ist ein schönes, gemütliches, sauberes Haus. Die Wohnungen kosten schon etwas mehr als in Deutschland und auch die Lebensmittel sind teurer. Trotzdem kann ich in der Schweiz fast das Gehalt sparen, das ich in Deutschland verdient hätte. Also kann mir keiner erzählen, dass die Schweiz unter dem Strich teurer ist. Zudem lebe ich hier sehr gut, d.h. ich gucke nicht auf den Pfennig, kaufe mir, was ich will und trinke häufiger mal einen als in Deutschland.

Die Versicherungen werden mir als Ausländer in der Schweiz direkt vom Gehalt abgezogen. Ausgenommen davon sind die Beiträge für die Krankenkasse. Bei den Versicherungen sind mit eingeschlossen: Rentenversicherung, Pensionskasse, Unfall, Arbeitslosenversicherung.
Auch die Steuern sind bereits abgezogen. Die Schweiz hat ein Abkommen mit Deutschland bei der Pensionskasse (Rente), was bedeutet, dass man bei einer späteren Rückkehr nach Deutschland Rente erhält, sofern Deutschland überlebt.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht einen kleinen Einblick in das schöne Leben hier verschaffen konnte und wünsche allen ein feines Händchen bei beruflichen Entscheidungen. Ich werde auf jeden Fall hier in der Schweiz bleiben.

Karsten Möllner


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Stecher Consulting berät (im medizinischen/pharmazeutischen Bereich) Kandidatinnen und Kandidaten in der ganzen deutschsprachigen Schweiz und KandidatInnen aus dem Ausland neutral, kompetent, seriös und kostenfrei.

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