Wie kommt man als Krankenpfleger in die Schweiz?

Nun endlich melde ich mich wieder bei Ihnen. Ich hatte es früher vor allerdings habe ich jetzt die aktuellen Meldungen in meinem Spital abwarten wollen. Nun bin ich bereits seit 1. September 2009 hier an der Arbeit.

Sie haben mich in ein Team vermittelt, dass einen sehr guten Zusammenhalt besitzt und in dem fast alle einander helfen und füreinander da sind. Ich bin ausserordentlich glücklich in dieses Team gekommen zu sein. Und ich persönlich glaube, dass das Team unserer Station das Beste des gesamten Spitals ist. Ich denke, dass die meisten Teams zusammenhalten aber in unserem Team wird immer mehr zusammen unternommen. Wir gehen mittlerweile zusammen montags immer Sport machen, gehen sehr häufig zusammen essen und veranstalten stationsinterne Mottoparties (Rock'n Roll,...). Wie gesagt, ich fühle mich sehr wohl und bin sehr zufrieden, dass ich von Ihnen in dieses Team vermittelt wurde. Auch meine Probezeitbeurteilung ist in meinen Augen sehr gut ausgefallen und mein Team scheint aufgrund dessen wohl sehr zufrieden mit meiner Leistung zu sein. Auch mit meiner Vorgesetzten habe ich ein gutes Vertrauensverhältnis und sie hat und hilft mir immer wo sie kann, ebenso meine Kollegen.

Leider hatten und haben in der letzten Zeit einige schlechte Nachrichten im Spital für eine Verschlechterung des Betriebsklimas gesorgt. Es wurden alleine auf unsere Abteilung Geriatrie 680% Arbeitspensum gestrichen und mein Team speziell wird in ein anderes Stockwerk zügeln müssen und ausserdem aufgeteilt. Von unserem Team wurde 3 Leuten gekündigt und ursprünglich stand ich laut meiner Vorgesetzten auch auf dieser. Nur durch ihre Hilfe und ihren Einsatz darf ich weiterhin in diesem Team arbeiten und meinen Beruf ausüben.

Das Arbeiten in der Schweiz: Es ist ein himmelweiter Unterschied im Vergleich zu Deutschland. Ich hatte mir einen grossen Unterschied bereits vorgestellt, dass dieser aber so gross ist hat mich beeindruckt und fasziniert mich noch heute. Ich bin mit meinem Arbeitsgebiet auf der Geriatrie (entgegen meinen ursprünglichen Zweifel) sehr zufrieden und das Arbeiten macht mir sehr viel Spass. Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen sind wesentlich höher gesteckt aber gut zu erreichen und ich persönlich habe mittlerweile auch bereits mehr Aufgaben und Kompetenzen im Team erhalten, die bis jetzt nur wenigen zugetraut wurden. Als deutscher Pfleger ist es also gut machbar sehr bald weitere Kompetenzen zu erhalten und sein Können und das Verantwortungsbewusstsein unter Beweis zustellen - auch wenn man, wie ich, erst 22 jährig ist.

Zwar arbeite ich länger im Vergleich zu Deutschland allerdings habe ich wesentlich mehr Ruhe und durch die begrenzte Patientenzahl kann ich mich besser auf meine Patienten konzentrieren. Mobilisationen, spezielle Pflegemassnahmen und selbst das morgendliche Waschen kann ruhiger in Angriff genommen werden und somit kann ich auch dem Kunden (vor allem dem dementen) mehr Zeit geben und ihn dadurch besser fördern.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Feedback ein bisschen meine Situation geschildert habe. Leider beinhaltet es nicht nur positive Nachrichten. Ich hoffe, dass wir bald wieder mehr Ruhe im Team finden und uns wieder besser auf die Pflegearbeiten konzentrieren können. Durch den Wechsel im Jahre 2012 auf die DRG-Verrechnung werden diese Zeiten aber wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen. Diese Phase kenne ich ja (leider) bereits aus Deutschland und ich hoffe, dass es nicht zu deutschen Verhältnissen kommt (viele Patienten, äusserst wenig Pflegepersonal,...). Denn auch wegen diesen bin ich ja in die Schweiz gezogen um hier mehr für den Patienten verfügbar zu sein.

Alexander Schmidt, 7. Dezember 2009

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