Erfahrung als Kinderkrankenschwester in der Schweiz?

Mitte Februar 2010 beschloss ich, mich nach einer neuen Stelle umzusehen, nur wohin? Ich bin 24 jährig, habe Kinderkrankenschwester gelernt und danach in Deutschland auf einer Kinderintensivstation gearbeitet.

So surfte ich durch Internet und bin eher zufällig auf die Seite von Herrn Stecher ( www.stecher-consulting.com ) gekommen. Eine kurze Beschreibung zu meiner Person und Tätigkeit an seine Adresse verschickt und schon klingelte das Telefon und ich hörte das erste Mal Schweizerdeutsch in meinem Leben. Ich musste ihm relativ viele Bewerbungsunterlagen einreichen und wir sprachen an diversen Telefonaten lange miteinander, damit ich die Möglichkeiten in der Schweiz kennenlernte, meine Bedürfnisse, meine Bedenken und Ängste äußern konnte. Herr Stecher ist ein sehr feinfühliger und engagierter Mensch und so konnten wir uns kennenlernen und herausfinden, was für Möglichkeiten ich habe um als Kinderkrankenschwester in der Schweiz zu arbeiten.
2 Wochen später fand ich mich schon als „Schnupperer“ im Schweizer Pflegealltag wieder, insgesamt hatte ich innerhalb von kurzer Zeit - 4 Mal die Möglichkeit eine neue Klinik, meinen vielleicht zukünftigen Arbeitgeber, kennen zu lernen. Gerade dies fand ich sehr positiv. Ich habe mich mit Herr Stecher sehr gut auf diese Tage vorbereitet und wir haben jeden Schnuppertag besprochen. Meine Mutter, die mich begleitete damit ich nicht die ganze Strecke alleine fahren musste und ich, haben uns die Zeit genommen an einem Abend nach dem Schnuppertag Herr Stecher in Luzern zu besuchen um uns gegenseitig noch besser kennenzulernen. Es war übrigens ein sehr schöner und lockerer Abend an dem wir noch viel mehr über die Schweiz erfahren konnten. Durch seine Hilfe wurde ich nicht einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern war tiptop vorbereitet! Herr Stecher hat mir viele Tipps gegeben und mein Selbstvertrauen gestärkt, ich habe mich selbst nicht wieder erkannt als ich im Vorstellungsgespräch saß! In guten wie in schweren Zeiten stand er mir stets mit Rat und Tat zur Seite, anfangs hätte ich nie gedacht, dass es doch so einfach werden würde mit seiner Hilfe.

Nicht nur für den beruflichen, auch für den privaten Start war er mir ein guter Ansprechpartner, ob es um Wohnungssuche oder Schweizer Gepflogenheiten ging, unsere letzten Telefonate auf deutschem Boden hinterließen nur einen Gedanken: Ich hab es geschafft!!

Nun bin ich seit vier Monaten hier, arbeite auf einer Kinder-IPS und bin froh, dass ich so eine gute Einarbeitung bekommen habe. Es gibt für jeden neuen Mitarbeiter eine Kompetenzliste, jede Tätigkeit, die man sich nur vorstellen kann wird in der Einarbeitungszeit zuerst besprochen, dann miteinander und schliesslich selbstständig ausgeführt. Es gab nie blöde Fragen oder Antworten, es zählt der Wille und die Motivation Neues zu lernen und dies nimmt einem den ungeheuren Druck als Neuling im Team, den man erwartet hätte.
Eine große Hilfe sind auch die sehr gut geführten Richtlinien-Ordner, in denen ich alles nachlesen kann, was ich noch nicht kenne oder wo ich mich noch unsicher fühle. Motivierend finde ich dass die Arbeitskolleginnen dies nicht als Schwäche auslegen wenn man mal was nachliest, sondern als einen ganz normalen Vorgang empfinden. Niemand guckt deswegen komisch!
Ich habe als Pflegefachfrau Einiges mehr an Verantwortung und Mitsprache wahrzunehmen wie ich dies kannte. Wenn wir z.B. Visite haben, werde ich gefragt, „Wie würdest du vorgehen? Was denkst du, tut deinem Kind gerade am Besten?“ Es ist einfach ein schönes, forderndes und verantwortungsvolles Arbeiten. Teamregeln hängen nicht nur an der Wand, sie werden gelebt.

Die Pflege hat auch gesellschaftlich ein hohes Image; wenn ich Leute treffe irgendwo am Tag oder am Abend in einer Bar und gefragt werde was ich arbeite, erhalte ich Anerkennung und Lob für meine Arbeit, obwohl ich diese Menschen noch nie gesehen habe!

Hoch hinaus ging es für mich neulich: Ich durfte mit dem Rettungshelikopter in ein kleineres Spital fliegen! Dort habe ich zusammen mit einem Oberarzt ein Kind mit Sepsis abgeholt. Eine beeindruckende Erfahrung diese Verantwortung in einem Helikopter wahrzunehmen und ein eindrückliches Erlebnis so hoch über die Berge zu fliegen und den Gipfeln so nah zu sein. Wir haben eine Fotokamera von der Station mitgenommen um den Flug und den Transport zu fotografieren und die Fotos dann den Eltern zu übergeben. Diese umfassende Pflege der Kinder und die diversen Hilfestellungen für die Eltern empfinde ich als professionell und menschlich sehr wertvoll.

Beruflich werden höhere Anforderungen an mich gestellt und ich habe mehr Eigenverantwortung. Hier lebe und arbeite ich als Mensch mit Intellekt und Seele! Früher habe ich mich oft nur als kleines, nicht geschätztes Rädchen im Motor Gesundheitswesen gefühlt...

Die Herzlichkeit, mit der einem die Menschen hier begegnen, ist sehr wohltuend. Man grüßt uns bereits auf der Strasse, weil man weiss, „dass wir jetzt auch hier sind“, und das ist gut so. Wir haben leicht Kontakt gefunden und wurden gut aufgenommen. Mein Freund kam vor 4 Monaten mit mir, hatte noch keinen Job und trotzdem konnten wir von nur einem Gehalt ein gutes Leben führen. Er hat nun auch eine gute Stelle gefunden und ist glücklich, auch er wird gut eingearbeitet und gut bezahlt. Noch fährt er jeden Tag mit dem Postbus zur Arbeit, aber die Verbindungen sind gut und die Zeit im Bus kann er nutzen um für den Führerschein zu lernen. Den macht er nämlich jetzt auch. Hört sich komisch an, aber in Deutschland hätten wir lange darauf sparen müssen.

Diese Woche habe ich mit unserem Hund welcher uns bereits 2 Jahre erfreut und mit uns in die Schweiz gekommen ist, die erste Praxisstunde für den Sachkundenachweis für Hundehalter besucht. Dieser ist für jeden Hundehalter in der Schweiz obligatorisch. Auch wenn unser Hund schon gut gehorcht, ein wenig „Feinschliff“ wird nicht schaden. Ich finde es gut, dass man Wert drauf legt, dass der Hundehalter weiss mit seinem Hund richtig umzugehen und dass dieser Kurs absolviert werden muss.

Wenn wir Besuch aus Deutschland bekommen, werden wir immer gefragt, was man uns mitbringen soll, „es ist ja alles so teuer bei euch“. Das kann ich so nicht bestätigen. Klar, nichts ist umsonst, aber ich verdiene hier ja auch mehr weil ich mehr arbeite und mehr Verantwortung trage! Darum kann ich mir hier eben auch ein besseres Leben leisten! Viele Sachen wie Kleider usw. sind überhaupt nicht teurer wie in Deutschland. Fleisch, Milch, Yoghurt usw. sind teurer aber die Lebensmittel sind auch höherwertig – jedenfalls empfinden wir es so. In jeder Wohnung ist eine gute Küche bereits vorhanden und auch eine Waschmaschine gehört zur Benutzung bei der Wohnung dazu.
Und wenn unser Besuch aus der Heimat dann wieder abreist, bin ich zwar immer auch traurig, aber trotzdem weiß ich jeden Tag wieder, dass wir genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben und mir die Arbeit Freude bereitet. Und da ja das Leben nicht nur aus Arbeit besteht, sind wir auch immer froh, wenn wir im Sommer an einen Bergsee fahren konnten, in herrlicher Umgebung wandern können oder gerade den ersten Schnee auf auf den Bergen bestaunen können!

Mit diesem Schreiben bedanke ich mich bei Herr Stecher auch ganz herzlich für seine Unterstützung, sein Einfühlungsvermögen, seine Klarheit und seine Offenheit und ich hoffe damit auch jenen Menschen die sich diesen Schritt überlegen einige Informationen gegeben zu haben.

Franziska Flossmann, 30. September 2010

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Stecher Consulting berät (im medizinischen/pharmazeutischen Bereich) Kandidatinnen und Kandidaten in der ganzen deutschsprachigen Schweiz und KandidatInnen aus dem Ausland neutral, kompetent und seriös.

Für die Kandidatinnen und Kandidaten ist die Stellenvermittlung und die dazugehörige Beratung, bei den vermittelten Personen Beratung und Karriereplanung auch nach Antritt der neuen Stelle, kostenfrei.
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